Das Prinzip Gesundheit - Die 4 Prinzipien im biologischen Weinbau

Was macht Bio anders?

 

Mit dem Prinzip Gesundheit ist umfassende Gesundheit gemeint, nicht bloß Abwesenheit von Krankheit, und zwar für alle Beteiligten: für den Boden, auf dem unsere Weinstöcke wachsen; für die Pflanzen, auch die, die den Boden zwischen den Weinstocken bedecken und mit ihren Wurzeln auflockern, die den Boden festhalten, wenn mal wieder ein Starkregen vom Himmel fällt und den Boden wegwaschen würde und die nach dem Heckseln und Mulchen von den Bodenlebewesen zersetzt und damit zu Nährstoffen für den Wein werden.

 

Der Boden lebt

Gesund sollen auch die Bodenlebewesen sein, diese Trilliarden von winzigen, kaum sichtbaren Tierchen, die im Untergrund leben und durch ihre Arbeit den Wein mit „Essen“ versorgen; aber auch die vielen Insekten, die den Wein als Nützlinge unterstützen, die sich von sogenannten Schädlingen ernähren und damit eine Balance herstellen, ein ökologisches Gleichgewicht im Lebensraum Weingarten. Die Hasen, Mäuse und vielen Vögel, die Unterschlupf, Brutraum und Futter finden.

 

Ein Kreislauf: Pflanzen, Tiere & Menschen

Das Prinzip Gesundheit gilt aber auch für Menschen, für uns, die wir die Weinstöcke bewirtschaften, ganzes Jahr hegen und pflegen, damit wir im Herbst eine gute Ernte einbringen können. Und für die Menschen, die den Wein trinken, denen das Trinken unseres Weins Genuss und Wohlbefinden bringen soll (zugegeben: hier gibt es Überschneidungen😊).

 

biowein-ziegen-ziegenpatenschaft

 © Birgit Machtinger

Was unterscheidet Bio von Konventionell?

Deshalb setzen wir im biologischen Weinbau keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel ein, schon gar keine systemischen, die in den Saftstrom der Pflanze gelangen und so im gesamten Weinstock verteilt werden. Sie verhindern, dass die Pflanzen robust und widerstandsfähig werden und lernen, mit Stress von außen umzugehen. Sie wären auch nicht gesund für Robert, der sie ja ausbringen müsste, und für Feri und Schani, die die Laubarbeit machen und die Blätter x-mal pro Jahr berühren. Herbizide verwenden wir natürlich auch nicht, weil wozu sollten wir die Begrünung abtöten, wo sie doch den Boden gesund und lebendig hält? Wir verwenden keine leicht löslichen mineralischen Dünger, weil sie das Bodenleben „verbrennen“, den Weinstöcken die Nährstoffe alle auf einmal zur Verfügung stellen (wie bei einem Zuckerschock) und dann im Grundwasser landen, weil der Wein nie alles auf einmal aufnehmen könnte, und zusätzlich brauchen sie noch unfassbar viel Energie in der Produktion. Es ist uns in unserer täglichen Arbeit sehr bewusst, dieses Prinzip Gesundheit.

 

Hier geht's zu den anderen Bio-Prinzipien:

Mehr zum Thema Bio findet ihr bei unserem Partner BIO-AUSTRIA.

2 Kommentare

  • Liebe Julia, Danke für deine verständliche Erklärung zu systemischen Pflanzenschutzmitteln (die mir als gelernter Chemikerin niemals so gelungen wäre) und großen Dank für Eure Wein-Arbeit, die uns gesunden Weingenuss in vollendeter Form ermöglicht. Wie das Glaserl Rosé, mit dem ich auf unser aller Wohl und Gesundheit anstoße, Viele Grüße Eva-Maria

    Eva-Maria
  • Liebe Julia,
    das ist ein wunderbarer Blogeintrag! Du beschreibst du schön, worum es (dir) geht, sodass es auch Menschen verstehen können, die Bio oder nicht Bio bislang nur als Frage von Pflanzenschutzmittel-Einsatz verstehen.
    Liebe Grüße
    Regina

    Regina Petrik

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen