Das Prinzip Ökologie - Die 4 Prinzipien im Bio-Weinbau

Das zweite Prinzip der Bio-Bewegung, das Prinzip Ökologie, ist ganz eng mit dem Prinzip Gesundheit verbunden. Wir versuchen unser Möglichstes, um das ökologische Gleichgewicht in unseren Weingärten und auf unserem Hof zu halten. Wir verlieren natürlich Weintrauben an Tiere, die sie auch gern fressen, und an Krankheiten, die sich manchmal trotz großer Anstrengungen bei der Laubarbeit nicht verhindern lassen. Die Bodenbegrünung nimmt den Weinstöcken durchaus ein wenig Wasser und Futter weg. Riesige Schwärme von Staren sammeln sich im Herbst bevorzugt in Weinbaugebieten, weil das Sattessen vor der langen Reise in den Süden mit süßen Weintrauben besonders beliebt ist. Es wäre uns lieber, sie würden sich woanders die Bäuche vollschlagen, aber ganz verdenken können wir es ihnen auch nicht, ganz zu schweigen von verhindern. Wir halten es auch für unsinnig, jedem Grashalm hinterherzujagen, der am Hof aus einer Mauerritze wächst, und für die Schwalben, die jedes Jahr im alten Stall nisten, haben wir ein Katzenschutzgitter am Fenster angebracht, damit die jungen Schwalben gute Überlebenschancen haben.

Wir arbeiten nun mal in und mit der Natur und müssen uns einfügen. Die Arbeit mit der Natur macht uns immer wieder bewusst, dass wir nur eine Komponente in diesem großen Ökosystem sind. Wir sind nur ein Teil davon, zugegebenermaßen ein mächtiger Teil …. aber dann auch wieder nicht. Zwei Frühlingswochen ohne nennenswerten Regen führen zu gerunzelten Stirnen und flauen Mägen und jede sommerliche Hagelwolke bringt uns zum Zittern. Wenn wir die Weingärten nicht regelmäßig kontrollieren und bei einer Krankheit oder einem Parasitenbefall nicht rechtzeitig Gegenmaßnahmen setzen, dann ist ein Teil des Jahresertrags hinüber. Ganz schnell wissen wir dann wieder, dass wir uns zwar redlich bemühen können, aber doch immer nur EIN Teil des gesamten Ökosystems bleiben werden.

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© Birgit Machtinger
Zu den anderen Prinzipien:

 

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1 Kommentar

  • Liebe Julia, lieber Robert, Euer bescheidenes Einfügen in das gesamte Ökosystem lässt eure Einstellung, eure nachhaltige Wein-Arbeit deutlich werden. Als Star würde ich mich auch bevorzugt mit Euren Trauben sattessen und keine Rücksicht darauf nehmen, dass weniger wohlschmeckender Traubensaft gekeltert wird. Ich wünsche für uns alle, dass genügend für uns menschliche Genießer/innen übrig bleibt. Genüssliche Grüße Eva-Maria

    Eva-Maria

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