Das Prinzip Gerechtigkeit - Die 4 Prinzipien im Bio-Weinbau

Das Prinzip Gerechtigkeit ist vermutlich das schwierigste unter den vier Prinzipien der Bio-Bewegung. Was ist gerecht und wer entscheidet darüber? Oftmals empfinden wir die Preise, die wir für Maschinen, Gerätschaften, Reparaturen, Bio-Zucker, Netzschwefel, etc zahlen müssen, als ungerechtfertigt hoch. Gleichzeitig sind wir damit konfrontiert, dass sich Menschen unseren Wein und unseren Traubensaft vielleicht gar nicht leisten können. Wir möchten unseren Mitarbeitern gerechte Löhne zahlen, möchten aber auch selber einen gerechten Preis für unsere Arbeit bekommen.

In diesem Spannungsfeld helfen uns die Lehren aus der Ökologie: wir bemühen uns auch hier, das System in Balance zu halten. Wir investieren in die persönlichen Beziehungen mit unseren Kund*innen, nicht in teure Printwerbung oder Sterne-Bewertungen. Wir kalkulieren die Preise so, dass wir leben können, ohne den Anspruch, steinreich zu werden. Wir zahlen unseren Mitarbeitern, mehr als der Kollektivvertrag vorschreibt und wir verpflegen sie zusätzlich mit biologischen Lebensmitteln, ersetzen die Fahrtkosten und ziehen Pausen nicht von der Arbeitszeit ab.

Wir wirtschaften so, dass auch zukünftige Generationen den Boden noch bewirtschaften werden können, egal ob mit Wein oder anderen Kulturen. Und wir bemühen uns, nicht mehr Ressourcen zu verbrauchen, als uns auch global gesehen auf einem endlichen Planeten zustehen.

biowein-gerechtigkeit

© Birgit Machtinger

Dass uns viele Kund*innen aus ganz unterschiedlichen Lebensverhältnissen schon seit Jahrzehnten die Treue halten und uns weiterempfehlen, zeigt uns, dass unsere Preise ganz ok sein dürften. Dass Schani und Feri schon seit beinahe 20 Jahren bei und mit uns arbeiten, beweist, dass unser Gerechtigkeitsempfinden so falsch nicht sein kann. Und dass es den Biohof Klampfer, trotz aller meteorologischen und finanziellen Stürme, immer noch gibt, sehen wir ebenfalls als positives Zeichen. Gerechtes Wirtschaften wird in den kommenden Jahrzehnten aufgrund des Klimawandels anders aussehen als jetzt oder vor 20 Jahren. Wir leben nicht in der Illusion, immer und von allen als gerecht wahrgenommen zu werden, aber wir können uns bemühen, unsere Lebens- und Arbeitsweise immer wieder zu hinterfragen und die Balance immer wieder neu zu finden.

 Zu den anderen Prinzipien:

Mehr zum Thema Bio findet ihr bei unserem Partner BIO-AUSTRIA.

4 Kommentare

  • Sich immer wieder hinterfragen und dabei neuen Mut zum Weitermachen finden ist ein großartiges Lebensmotto. Ich wünsche Euch, dass Ihr es beibehalten könnt…. auch um des feinen Weines willen, der mir Genuss ohne Reue mit Blaufränker ermöglicht.

    Eva-Maria
  • Was für ein wunderschöner Text! Danke :-)

    Regina Petrik
  • Hallo Sabine,

    es freut mich sehr von dir zu hören/lesen! Dankeschön für das nette Kommentar! 😀
    Lieben Gruß, Julia

    Julia Klampfer
  • Hallo Julia, sehr gut geschriebener und erklärter Text! :) Bei euch kauft man wirklich mit gutem Gewissen 🤗
    Liebe Grüße Sabine

    Sabine Leuthner

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